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Die „braunen“ Kneipen von Amsterdam

Bei einem Besuch in der niederländischen Hauptstadt sollte man diesen unbedingt nutzen, um die sogenannten braunen Kneipen der Stadt kennenzulernen. Diese besonders gemütlichen Gaststätten, die von den Niederländern Bruin Cafés genannt werden, überzeugen durch eine angenehme und einzigartige Atmosphäre, die man in Deutschland so nur noch selten findet.

© NBTC

Bei einem Bier oder einem anderen Erfrischungsgetränk kann jeder Besucher eine interessante Zeit mit den Einheimischen verleben, und sich von ihrer freundlichen und aufgeschlossenen Art überzeugen. Diese besonderen Kneipen haben eine lange Tradition in Amsterdam und verdanken ihren Namen der eher schummrigen Beleuchtung und der oftmals braunen, dunklen Einrichtung aus Holz. Besonders bei den Einwohnern der Metropole sind sie sehr beliebt, da sie zu geselligen gemeinsamen Stunden einladen und die Mentalität der Menschen widerspiegeln.

Das gemeinsame Trinken gehört in Amsterdam bereits seit dem 17. Jahrhundert zum guten Ton und erfreute sich sehr großer Beliebtheit. In dieser Zeit tauchten die ersten Einrichtungen auf, die man ansatzweise als Kneipen bezeichnen könnte. Die ersten braunen Kneipen entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals dienten einzelne Zimmer in den Wohnhäusern als provisorische Gaststätten und sollten den Besitzern, dank der trinkfreudigen Gäste aus aller Welt, etwas zusätzliches Geld einbringen. Damit ist es aber natürlich bereits seit vielen Jahren vorbei. Heute bezeichnen sich viele der Kneipen in Amsterdam als die älteste der Stadt. Allerdings ist es sehr schwer zu sagen, bei welcher Kneipe dies tatsächlich zutrifft. Tatsache ist allerdings, dass viele der Kneipen auf eine beeindruckende und interessante Geschichte zurückblicken können, die oftmals bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Die Auswahl an Bruin Cafés der Stadt ist außerdem relativ groß.

So zählt das Café Hoppe wohl zu den berühmtesten Gaststätten, die man in Amsterdam findet und steht teilweise sogar unter Denkmalschutz. Gegründet wurde es bereits im Jahre 1670 und entwickelte sich zunächst zu einem beliebten Treffpunkt für die geistige Elite der Stadt. Bei einem guten Getränk führte man tiefgründige Gespräche und genoss die einmalige Atmosphäre. Das Café Hoppe ist heute bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt und bietet neben dem obligatorischen Feierabendbier, auch die Möglichkeit kleine Snacks oder warme und kalte Getränke zu bestellen.

Auch das Café Chris kann auf eine lange Tradition und interessante Geschichte zurückblicken. Seit 1624 wird hier gemeinsam getrunken und Einheimische behaupten, dass dies die älteste Kneipe sei, die man in Amsterdam finden könne. Dazu gibt es allerdings sehr unterschiedliche Angaben. In der Gründungszeit wurde das Café insbesondere von Bauarbeitern besucht, die hier oftmals ihren Lohn nicht nur ausgezahlt bekamen, sondern diesen wahrscheinlich auch durchbrachten. Heute ist hier natürlich jeder willkommen, der gute Laune und natürlich Durst mitbringt. Kurios ist in dieser Kneipe besonders die Herren Toilette. Hier befindet sich nämlich die Zugkette für das WC außerhalb der Sanitäreinrichtung, direkt in der Kneipe. Sehr ungewöhnlich, aber natürlich einer der Gründe, warum das Café Chris unbedingt einen Besuch wert ist.

Auch das Café Karpershoek bezeichnet sich als eine der ältesten Kneipen der Stadt und gibt als Gründungsjahr 1606 an. Damals war die Kneipe Anlaufstelle für Seefahrer, die hier ihre Stunden an Land verbrachten. Viel verändert hat sich seit dem nicht. Bis heute hat sich diese braune Kneipe ihren urigen Charme erhalten und bietet sich besonders für alle diejenigen an, die gerne mit den Einheimischen ins Gespräch kommen möchten.

Liebhaber von verschieden Biersorten dürften sich im Café in de Wildeman besonders wohlfühlen. Hier erwarten den Besucher bis zu 150 verschiedene Biersorten, die es zu probieren gilt. Im Jahr 1690 handelt es sich hier noch um eine Likörbrennerei, die im Verlauf der Zeit aber zu einer kleinen, besonders gemütlichen Kneipe umgebaut worden ist.

Das Café De Druif ist besonders bei Einheimischen sehr beliebt und befindet sich in einer ruhigen Ecke der Hauptstadt. Auch diese Kneipe wurde bereits 1631 eröffnet, diente damals allerdings noch als Brennerei für Likör. Dieser schmeckt hier bis heute daher auch besonders gut. Ein Besuch lohnt sich sehr, wenn es etwas ruhiger zugehen soll und der direkte Kontakt zu den Menschen aus Amsterdam besonders erwünscht ist.

Auf den ersten Blick sind sich die braunen Kneipen in Amsterdam relativ ähnlich. Oftmals unterscheiden sie sich nur anhand von Atmosphäre und insbesondere, was die Gäste betrifft. Verpassen sollte man dieses Erlebnis in der Metropole aber auf keinen Fall.

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Aktualisiert von Hostel Amsterdam am 19. Oktober 2015